Wie Banken Kundenbindungen sicherstellen wollen- und zu fragwürdigen Methoden greifen

Wie Banken Kundenbindungen sicherstellen wollen- und zu fragwürdigen Methoden greifen
Über das Thema "Banken und ihre fragwürdigen Methoden" gibt es fast jeden Tag in der Fachpresse Meldungen, wie Kunden mit irreführender Werbung "betört" , mit Kleingedrucktem übertölpelt und dem Verkauf von für sie völlig nutzlosen Produkten "über den Tisch gezogen" werden. Allen Banken ist scheinbar Eines gemeinsam: Kundenbindung um jeden Preis!

Kredit ja, aber bitte mit einer Versicherung gekoppelt

Fast jeder, der schon einmal einen Kredit in Anspruch nehmen wollte, hat es schon erlebt: der freundliche Bankangestellte avisierte dem um Hilfe bittenden (!) Kunden noch eine "Restschuldversicherung" oder gar eine "Lebensversicherung", man kann ja nie wissen! In diesen Fällen, die schon häufig im Fokus öffentlicher Kritik standen, wird schlicht und einfach die Abhängigkeit der Kunden ausgenutzt. Die Bank kommt so an persönliche Daten und kann sich damit bequem Psychogramme der Kunden erstellen. Das angebotene Produkt ist in den meisten Fällen nicht an den Bedürfnissen des Verbrauchers ausgerichtet, und überhaupt hat ein solches Geschäftsgebaren nichts mit einer seriösen und auf den Menschen abgestimmten Beratung zu tun. Es beschleicht einen das ungute Gefühl einer "legalen" Erpressung. Der einzige Vertragspartner, der profitiert, ist die Bank.

Anlageempfehlungen im Sinne des Kunden?

Spätestens seit der jüngsten Finanzkrise ist sie in aller Munde: die Fehl- und Falschberatung der Banken bei Anlageobjekten. Auch auf diesem Sektor entsteht häufig der Eindruck, dass der Slogan vom "König Kunde" nur Makulatur ist. Alle Banken wollen Kundenbindung, wer wollte dies im Geschäftsleben nicht? Jedoch findet hier eine absolute Ungleichgewichtung der Kräfte statt: auf der einen Seite der "kleine" Kunde, dessen Nichtwissen oft schamlos ausgenutzt wird, auf der anderen Seite die "mächtige" Bank. Ob Fonds, Beteiligungen oder andere Anlageprodukte: in den seltensten Fällen wird der Kunde wirklich umfassend über bestehende Risiken aufgeklärt. Kundenbindung um- buchstäblich- jeden Preis! Zu diesem Thema gehören ebenso Kreditkarten, die (auch) der Garant einer langen Kundenbindung sind: viele Verbraucher, die mit "kostenlosen" Angeboten geködert wurden, hatten häufig das Nachsehen.

Aber: jeder Mensch, der einen Vertrag unterschreibt, sollte sich diesen vorher unbedingt durchlesen. Das "blinde" Vertrauen, dass die meisten Verbraucher zu "ihrem" Bankberater haben, sollte einer kritischen Überprüfung weichen. Denn in erster Linie, (auch wenn die Werbung regelmäßig etwas anderes suggerieren möchte!), fühlt sich der "Banker" seinem Kreditinstitut als seinem Arbeitgeber verpflichtet

Nötiges „Übel“?

Banken sind aus unserer modernen Welt nicht wegzudenken; natürlich ist es ein Skandal, wenn die Unwissenheit der Kunden ausgenutzt wird, umso mehr, als die Finanzinstitute fast immer "am längeren Hebel" sitzen. Festzustellen ist aber auch, dass der Kunde bei Vertragsabschluss angehalten ist, sich vor seiner Unterschrift den Vertrag genau durch zu lesen. Er sollte sich ebenso genau über die Anlagen, die er tätigen möchte, im Vorfeld informieren, damit er auf Augenhöhe mit dem Bankberater kommunizieren kann. Nur so kann der eine oder andere "Reinfall" für den Verbraucher vermieden werden.