Finanzmarkt Entwicklung 2011

Das Jahr 2011 war in vielerlei Hinsicht ein turbulentes. Besonders auf den nervösen Finanzmärkten war Volatilität an der Tagesordnung. Die drohende Staatspleite Griechenlands und die wirtschaftliche Destabilisierung vieler Euroländer haben für Ratlosigkeit bei vielen Anlegern gesorgt. Wie haben sich die Zinsen für Kredite, Geldanlage und Staatsanleihen in 2011 entwickelt?


Geld ist weiterhin billig


Sich Geld zu leihen war selten so billig wie in 2011. Die Aussage Geld ist günstig mutet meist ein wenig merkwürdig an. Wie kann etwas das in Geld gemessen wird, für Geld selbst zu treffen? Wenn man davon spricht, dass Geld billig sei, beschreibt dies lediglich den Umstand, dass die Zinsen für Kredite sehr niedrig sind. Dies galt insbesondere für das Jahr 2011. Die Zahlen der Bundesbank belegen dies deutlich. Aber sekundäre Indikatoren wie das Baugeschäft belegen diesen Trend zusätzlich, da durch günstige Baufinanzierungen mehr Aufträge in der Branche zu verbuchen sind. Auch in 2012 ist weiterhin mit niedrigen Zinsen für Kredite zu rechnen. Jedoch waren auch Unterschiede deutlich zu erkennen. Ein Kredit ist bereits für Zinsen in Höhe von etwa 3,5 Prozent realisierbar. Manche Institute verlangte in 2011 jedoch auch weit mehr als 8 Prozent.


Geldanlagen im Keller


Die Liquidität im Euroraum ist weiter auf einem Rekordniveau und somit ist auch die Inflation eine bestehende Gefahr, besonders für das Ersparte. Die Zinsen lagen in 2011 weiter im Keller. Besonders Rentenfonds haben damit zu kämpfen. Ihre Garantien über mehr als 3 Prozent Rendite können sie vermutlich in diesem Jahr nur schwerlich erwirtschaften. Nun kann man dies auch als Symptom des demographischen Problems bezeichnen. Das Rentenkapital der überalternden Gesellschaft ist schlichtweg zu groß für den Kapitalmarkt und die Arbeitende Bevölkerung. Woher soll das Wachstum denn kommen, wenn immer weniger Menschen arbeiten und konsumieren? Das Jahrelang aufgeschobene Problem des demographischen Wandels manifestiert sich auch und besonders in der Finanzkrise. Doch geht es schon lange nicht mehr darum die Renten für unsere Väter und Mütter zu erwirtschaften, es geht nun sogar schon darum, den Wohlstand und das Wirtschaftswachstum nicht komplett abstürzen zu lassen, sodass sich das Ersparte der Alten nicht am Ende in Luft auflöst. Auch im Anlagebereich zeigt ein Festgeld- und Tagesgeld Vergleich, dass es auch hier kaum postive Signale gibt, die Verzinsungen sind zwar geschieden im Gegensatz zu 2010, jedoch ist dies nur dem Anbieterwettbewerb zu verdanken. Bis Tagesgeldkonto wieder mit 5-6 % verzinst werden, müssen wohl noch einige Krisen und Jahre ins Land ziehen. Jedoch zeigen die Banken weiterhin Bereitschaft um jeden Kunden zu kämpfen, was im Endeffekt dem Verbraucher nur vom Vorteil sein kann.


Staatsanleihen – Licht und Schatten


Während deutsche Staatsanleihen bereits für negative Zinsen veräußert wurden und somit allein der Weiterverkauf die Rendite bringt, sind die Staatsanleihen anderer Euroländer auf Rekordniveau. Griechenland, Italien und Spanien zahlen allesamt Risikoaufschläge. Wer bereit ist zu investieren sollte dies tun. Geld ist günstigen. Sparen teuer.